20. Antifa Camp Weimar/Buchenwald
vom Sammstag den 26.07. - Sonntag den 03.08.2008

Herzlich Willkommen auf der Website des "Antifa Camp Weimar/Buchenwald"!

An dieser Stelle findet ihr alle nötigen Infos über Anreise, Anmeldung und geplante Veranstaltungen. Während des Camps werden wir über unsere aktuellen Aktivitäten berichten.

Informationen über das Antifacamp, Ablauf, Programm, Technix, Archiv, Kontakt und mehr findet ihr unter den Buttons die sich oben befinden.

Die täglichen Berichte über aktuelle Geschehnisse auf dem Camp findet ihr unter den "Tagebuttons" am linken Rand der Site.

 

Aufruf des Antifa-Camps Weimar/Buchenwald 2008

 „Wir stellen den Kampf erst ein, wenn auch der letzte Schuldige vor den Richtern der Völker steht. Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung.
Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.“

Auszug aus dem Schwur von Buchenwald

Die Story

1990 fand sich ein kleiner Kreis von engagierten AntifaschistInnen zusammen, um auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Buchenwald durch aktive praktische und politische Arbeit den Verfall der Gedenkstätte aufzuhalten und damit dem Vergessen entgegen zu wirken. In der damaligen Situation sollte von rechten Kreisen die allgemeine Stimmung ausgenutzt werden, die die KZ Gedenkstätte mit der DDR gleichsetzen sollte. Es  wurden  Diskussionen geführt, die forderten, die Gedenkstätte zu schließen. Diesem rechten „Roll Back“ sollte mit unserem Antifacamp entgegen gewirkt werden.  Dabei stand nicht nur die Arbeit auf der Gedenkstätte im Vordergrund, sondern auch die Auseinandersetzung mit der Gedenkstättenpolitik der jetzigen Gedenkstättenleitung und ihrem Geschichtsrevisionismus sowie aktuellen politischen Problemen.
Seit dieser Zeit etablierte sich das jährlich stattfindende Antifa-Camp zu einer festen Größe im überregionalen Antifa-Spektrum, das dieses Antifacamp auch immer wieder belebte, wie auch bei dem geschichtsüberdrüssigen Weimarer Bürgertum, das immer wieder gern von dem Treiben der Nazis auf dem Ettersberg nichts gewusst haben will.

Die Arbeit mit der Gedenkstätte und andere Probleme

Ob Arbeitsverbote auf der Gedenkstätte, Polizeischikanen während der Arbeitsprojekte oder Neonazi-Demonstrationen gegen das Camp — während der letzten 19 Camps ist einiges passiert. Dass, das Antifa-Camp Weimar/Buchenwald trotz vieler Probleme in der Vergangenheit und stetiger Auseinandersetzungen mit der Gedenkstättenleitung dieses Jahr nun schon zum 20sten mal stattfindet zeugt nicht nur von einem über die Jahre entstandenen „know how“, sondern auch von einem festen Willen, im Sinne des Schwurs von Buchenwald aktiv in die Belange der Gedenkstättenarbeit sowie rechtsextremer Strukturen in Weimar einzugreifen. So ist die Auseinandersetzung mit der Gedenkstättenleitung gerade dieses Jahr wieder ein Kerninhalt des Camps, da von der Gedenkstätte trotz detaillierter Belege und selbst gegen Zeitzeugenberichte überlebender ehemaliger Buchenwald- Häftlinge eine Selbstbefreiung des KZs weiterhin geleugnet und als Propaganda bezeichnet wird.

20-tes Antifa-Camp Weimar/Buchenwald

Was geht?

Neben unserem Wirken gegen den „Abbau des Gedenkens“ und die Verfälschung der Geschichte seitens der Gedenkstätte steht die in den letzten Jahren wieder erstarkende Weimarer Neonazi-Szene sowie die revisionistisch Ignorante Bevölkerungsschicht der so genannten „Dichter und Denker“-Stadt natürlich auch im Mittelpunkt unserer Aktivitäten.
Neben den täglichen praktischen Arbeitsprojekten auf der Gedenkstätte und öffentlichen Lesungen antifaschistischer Texte wird es auch dieses Jahr wieder interessante Veranstaltungen wie Konzerte oder Lesungen und Diskussions- und Zeitzeugenveranstaltungen geben. Für den Rest der Zeit bietet die Stadt Weimar ausreichend Aktionspotential für FreundInnen des praktischen Antifaschismus.

So geht’s!

Das Antifa-Camp Weimar/ Buchenwald ist wie in den vergangen Jahren ein gleichberechtigter Zusammenschluss von Anifaschistischen Gruppen, Organisationen und auch Einzelpersonen vor dem Hintergrund des „Schwurs von Buchenwald“. Ziel ist die aktive antifaschistische Arbeit und nicht das Aufarbeiten innerlinker Konflikte. Als einzig beschlussfassende Struktur dient das allabendliche Camp-Plenum wo jeder TeilnehmerIn die gleichwertige Einflussnahme zur Struktur und Funktion des Camps ermöglicht ist. Alle CamperInnen können somit auch in allen anderen Bereichen des Camps aktiv mitbestimmen und sich verwirklichen.
Denn das Camp sind wir alle.

Antifaschismus in Weimar?

Das 20ste Antifa-Camp Weimar/ Buchenwald in diesem Jahr ist nicht nur auf Grund seiner Tradition, sondern vor allem vor dem Hintergrund der gerade jetzt existenten geschichtsrevisionistischen Ausrichtung der regionalen bürgerlichen Akteure ein besonders wichtiger Punkt der aktiven Einflussnahme aus antifaschistischer Sicht. Eine sich neustrukturierte Weimarer Neonazi-Szene, die sich selbst immer offensiver darstellt und zunehmend ebenso agiert, stellt einen weiteren antifaschistischen Handlungsbedarf dar. Antifaschistisches Engagement findet in Weimar nur von „autonomen Antifaschisten“ statt, deren nachhaltiger antifaschistischer Ansatz jedoch mit dem des bürgerlichen „Weimarer BGR“ im Widerstreit steht. Dieses übt sich regelmäßig dann im punktuellen „So–nun-aber-doch-nicht Betroffenheitsagieren“, wenn Nazis in Weimar zu öffentlich das „Image der Stadt“ zu besudeln drohen. Dass die Nazis unterhalb dieser „Erregungsschwelle“ weiterhin ungehindert an der Verfestigung ihrer basisbezogenen Einbindung in die Gesellschaft arbeiten können, scheint den Akteuren des BGR nicht bewusst oder auch egal zu sein. Dass ein solches Verhalten den „Status Quo“ zu Gunsten der Nazis verschiebt, sollte Mensch eigentlich aus der Geschichte der damaligen „Weimarer Republik“ wissen.
Das diesjährige Antifa-Camp bietet damit wieder einmal die Möglichkeit der direkten antifaschistischen Aktionen in einer Region, die ihren verbrecherischen Schatten bis in die Gegenwart wirft. In einer Stadt, die mit der Geschichte des deutschen Faschismus so eng verbunden ist wie Weimar, wo der geschichtliche Fokus immer noch klar auf das schaffen Goethes und Schillers gesetzt wird, ist ein antifaschistisches Eingreifen wichtiger denn je.

Wo der tausendfache Mord und das Gedenken an die Opfer der deutschen-Barbarei revisionistisch untergraben wird, wird antifaschistischer Widerstand zur Pflicht.

Orga-Krims-Krams

Das Camp beginnt am 26. Juli und endet am 03. August 2008.

Natürlich können Leute, die nicht über den gesamten Zeitraum bleiben können, auch tageweise vorbeischauen. Der Unkostenbeitrag beträgt 7,00 € pro Tag/Teilnehmer (Geländemiete, Miete für sanitäre Einrichtungen, Verpflegung etc.). Zelte und die entsprechenden Campingutensilien bitte nicht vergessen.

Die Anreise ist ab 26. Juli, täglich ab 10.00 Uhr,
im soziokulturellem Jugendzentrum in der Gerberstraße 01 in Weimar
möglich.
Von dort wird es einen Shuttle-Dienst zum eigentlichen Campgelände geben.

 

 

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